Statt als Kulisse für einen bestenfalls mittelmäßigen Tatort zu dienen, könnte die Villa Meister zentrale Kulisse für Begegnungen in Sindlingen sein. Das Amt für Bau und Immobilien blockiert jedoch seit September 2021 die Restaurationsarbeiten an der Villa Meister und hemmt die Entwicklung des gesamten Meisterparks.
Die im Jahre 1902 errichtete Villa Meister und das zugehörige Anwesen gehören zu den außergewöhnlichsten Bauten im Frankfurter Westen und sind ein beliebter Ort für Spaziergänger in Sindlingen. Der Meisterpark ist momentan für Besucher nicht zugänglich. Diesen Zustand bedauert die Junge Union Frankfurt (JU). Der Park ist ein Wahrzeichen des Frankfurter Westens und bringt einen hohen Identifikationswert für Sindlingen mit sich.
Die JU setzt sich dafür ein, dass die Stadt Frankfurt dem Bauvorhaben nicht länger im Wege steht, oder eigene konkrete Pläne zur Nutzung des Areals vorlegt. Für die Bewohner, die Stadt und die Investoren sei der aktuelle Stillstand die schlechteste aller Varianten, meint Amir Andusa, Vorsitzender der Jungen Union Frankfurt West.
Das Anwesen im Frankfurter Westen hat die CAIROS-Gruppe von einer Erbengemeinschaft 2019 erworben. Geplant sind die Restaurierung der Villa, der Orangerie und des Kutscherhauses, die Sanierung der historischen Stützmauer zum Main, die Wiederherstellung des Meisterparks nach historischem Vorbild, sowie der Bau von sieben neuen Wohngebäuden nebst Tiefgarage auf den Flächen der ehemaligen Wirtschaftsgärten außerhalb der Parkanlage. Das Konzept der CAIROS-Gruppe, dessen Ausarbeitung bereits abgeschlossen und über zwei Jahre mit den involvierten Ämtern und Dezernaten abgestimmt wurde, kann jedoch momentan nicht umgesetzt werden. Dem Vorhaben wird vom SPD geführten Amt für Bau und Immobilien ein Riegel vorgeschoben. Den Bauherren werden keine der nötigen Genehmigungen gewährt, gleichermaßen legt die Stadt keine eigenen Konzepte vor.
„Es ist überaus bedauerlich, dass die Stadt Frankfurt an dieser Stelle den dringend benötigten nachhaltigen Wohnungsneubau, die Sanierung der historischen Bestandsgebäude, sowie die Neugestaltung und Wiedereröffnung des Meisterparks auf unbestimmte Zeit verhindert und somit dazu beiträgt, dass dieses Kleinod des Frankfurter Westens verfällt“, verdeutlicht Marcus Bube, Geschäftsführer der CAIROS-Gruppe.
Ideen, wie die Schaffung eines Kindergartens oder einer Schule, sind aufgrund der baulichen Gegebenheiten, des finanziellen Aufwands und der tatsächlichen Bedarfslage unrealistisch.
„Es ist nicht zielführend, dass die Stadt Frankfurt den Austausch verweigert, während das Gelände zusehends verfällt und der Öffentlichkeit weiter verwehrt bleibt. Wir fordern die Stadt auf, sich endlich ihrer Verantwortung zu stellen, sodass gemeinsam eine Lösung gefunden werden kann, um das Anwesen wieder in altem Glanz strahlen zu lassen“, so Amir Andusa abschließend.
Eine Anfrage an das Baudezernat blieb unbeantwortet.

« JU startet Abwahl-Tour Frankfurt hat gewonnen »