Die Junge Union Frankfurt am Main fordert, dass die Frankfurter Wasserhäuschen umgehend zum Kulturgut erklärt und unter Denkmalschutz gestellt werden. „Die Wasserhäuschen gehören zur Frankfurter Seele wie Apfelwein und Grüne Soße. Sie dürfen nicht weiter nach und nach abgerissen oder zweckentfremdet werden“, macht sich der Kreisvorsitzende, Martin-Benedikt Schäfer, für die Wasserhäuschen stark.

Die Mitglieder der größten politischen Jugendorganisation der Stadt Frankfurt sehen es mit großer Sorge, dass es immer weniger der traditionellen Wasserhäuschen im Stadtgebiet gibt. „Für viele Frankfurter war der tägliche Gang zu ihrem Wasserhäuschen früher ein Ritual. Ein Plausch mit dem Nachbarn, der Einkauf von ein paar Kleinigkeiten und der Austausch der neuesten Geschichten der Stadt machten die Wasserhäuschen zu einer Art Marktplatz“, erklärt Schäfer, der vor allem auf den zwischenmenschlichen und gesellschaftlichen Faktor der Wasserhäuschen aufmerksam macht.

„Während heute viele Menschen anonym in den sozialen Netzwerken einer Fake-News nach der anderen nachjagen und nach Neuigkeiten suchen, hat man früher am Wasserhäuschen im direkten Kontakt untereinander dafür gesorgt, dass man auf dem neuesten Stand war. Diese Funktion der Wasserhäuschen muss genauso mitgedacht werden, wie ihre markante Architektur und ihre Verortung in Parks, Grünflächen und Wohngebieten“, gibt der Kreischef der JU Argumente für die Aufnahme in den Denkmalschutz in die Diskussion.

Die Wasserhäuschen, die Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden und bis weit in das 20. Jahrhundert den erwähnten Stellenwert im Stadtbild und der Gesellschaft hatten, seien Zeichen Frankfurter Geschichte, geben die jungen Christdemokraten zu bedenken. „Wir dürfen es nicht zulassen, dass diese Zeitzeugen der Geschichte unserer Stadt aus dem Stadtbild verschwinden. Vielmehr sollten wir dafür sorgen, dass sie wieder revitalisiert und keiner Zweckentfremdung zugeführt werden“, so Schäfer.

Für die Junge Union Frankfurt heißt das, dass in einem ersten Schritt alle Wasserhäuschen zum Kulturgut erklärt und unter Denkmalschutz gestellt werden sollten. In einem nächsten Schritt sollte nach Möglichkeit eine Zweckbindung für die Gebäude eingeführt werden. „Dort wo eine andere Nutzung nun Einzug gehalten hat, kann man die Uhren selbstverständlich nicht mehr zurückdrehen. Aber der Schutz der Institution Wasserhäuschen und die Nutzung als Nahversorger in Wohngebieten sollte oberste Priorität für die Zukunft haben“, so Schäfer abschließend.

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